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DER GEHEIMNISVOLLE DR. OX

  • Der geheimnisvolle Dr. OX
 In der kleinen Stadt Quiquendonne steht der Turm schief. Seit Jahrhunderten. Solange der Turm schief steht ist alles in Ordnung. Die Leute gehen ihren Geschäften nach. Gemächlich. Ohne Eile. Entscheidungen werden mit großer Gelassenheit vertagt. „Wenn ein Mensch stirbt, ohne in seinem Leben irgendeine Entscheidung getroffen zu haben, so ist er nahe daran gewesen, die Vollkommenheit auf dieser Erde zu erreichen.“ Alles könnte ewig so weiter gehen, wäre da nicht der Fortschritt in der Welt und mit ihm die Verlockungen der Wissenschaft, die versprechen das Leben schöner und bequemer zu machen.

Ein gewisser Dr. Ox ist in Quiquendonne erschienen, um der Stadt ein völlig neuartiges Beleuchtungssystem zum Nulltarif anzubieten. Es soll die Bürger der Stadt nichts kosten. Schließlich geht es hier um ein Experiment. Welche Absicht sich hinter diesem Experiment verbirgt, ahnen die braven Bürger nicht. Dafür bekommen sie dessen erstaunliche Wirkung schnell zu spüren. Bevor ihnen ein Licht aufgeht, sind alle heillos zerstritten und schließlich genügt ein nichtiger Anlass, um in den Krieg zu ziehen. Dr. Ox ist von der Wirkung seines Oxygens derart begeistert, dass er allen Bedenken zum Trotz, keinen Moment zögert, das Experiment skrupellos an sein fatales Ende zu führen.

Basierend auf „Eine Idee des Dr. Ox“ von Jules Verne, verfasste Jaques Offenbach 1877 seine Operette „Le Docteur Ox“, die auf furiose Weise die Folgen unreflektierter Wissenschaftsgläubigkeit für die menschliche Gemeinschaft vorführt. Ahnungslos verfällt die Gesellschaft den Verlockungen rücksichtsloser Geschäftemacher im Namen des Fortschritts und gerät so in neue Abhängigkeiten deren Auswüchse sie erst erkennt, wenn das Chaos so groß ist, dass es schließlich kein Zurück mehr gibt, sondern nur noch den bitteren Gang durch die Katastrophe.

Das alles wird in einer temporeichen Szenenfolge neu erzählt, mit Witz und Hintersinn und der mitreissenden Musik Jaques Offenbachs. 

frei nach der Operette von Jacques Offenbach und der Erzählung von Jules Verne

Textfassung: Steffen Thiemann
Regie:
Gerald Gluth-Goldmann
Musikalische Leitung/Klavier: Insa Bernds
Ausstattung: Lisa Jacobi
Dramaturgie: Martin Brandt
Licht– und Sounddesign: Felix Grimm

Mit: Barbara Ehwald, Fabian Martino, Ingo Volkmer

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