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Die blaue Tomate

Steffen Thiemann liest

Der berühmte Berliner Ghostwriter von Hans Albers wird nach Österreich geschickt, um dort den Billetier und Autor Derdanzinger aufzusuchen und ein Portrait dieser Wiener Spezialität für das ahnungslose Berliner Publikum anzufertigen. Eine Ringcollage aus Fiaker, Gespritztem und dreiviertel Takt mit viel Schmäh.

Der Ghostwriter kennt Wien nur aus Sissy-Filmen. Da überrascht es wenig, dass ihm die Stadt mit den Flaktürmen neben der Hofburg wie die Kulisse in einem Themenpark von Disneyland erscheint. Und der Derdanzinger ist, so muss er irritiert feststellen, in Wien längst kein Unbekannter, auch wenn dieser neben Klimt und Falko noch nicht in die touristische Verwertungskette aufgestiegen ist. Aber das verabredete Treffen mit Derdanzinger will einfach nicht zu Stande kommen. Statt dessen tritt ein anderer Abwesender in Erscheinung: Otto Kobalek. Aber das ist der Anfang.

Was sich zuerst wie ein gewöhnlicher Auftrag anfühlt, erweist sich in der Folge als eine investigative Farce in das aufgeschäumte Grauen der Wiener Gemütlichkeit.

Im Anschluss gibt es vom Autor selbst vorgetragene musikalische Buchteln, am Klavier begleitet von Francesca Rambaldi.

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